Bei den nachfolgenden Angaben handelt es sich um eine Stoffinformation aus den Wirkstoffdossiers.
Substanzspezifische Pharmakologie
Dexpanthenol ist das alkoholische Analogon der Pantothensäure und besitzt aufgrund der intermediären Umwandlung die gleiche biologische Wirksamkeit wie die Pantothensäure. Sie ist an die rechtsdrehende D-Konfiguration gebunden.
Panthenol und Pantothensäure sowie deren wasserlösliche Salze sind wasserlösliche Vitamine, die im Organismus als Coenzym A an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt sind. Der tägliche Bedarf kann durch orale oder parenterale Zufuhr von Pantothensäure selbst, deren Salzen sowie dem alkoholischen Analogon gedeckt werden.
Dexpanthenol, das alkoholische Analogon der D-Pantothensäure, hat verschiedene systemische Wirkungen, die im Prinzip auch auf D-Pantothensäure und Pantothenate übertragbar sind, da alle Formen im Stoffwechsel als D-Pantothensäure vorliegen und als solche ausgeschieden werden.
Bei Ratten unter Pantothensäure-Mangel zeigte die therapeutische Gabe von Dexpanthenol eine trophische Wirkung auf die Haut. Dexpanthenol kann bei äußerlicher therapeutischer Anwendung einen erhöhten Pantothensäure-Bedarf der geschädigten Haut bzw. Schleimhaut ausgleichen.
Dexpanthenol wird auch eine curareantagonistische Wirkung zugesprochen sowie eine Erhöhung der durch Suxamethonium induzierten neuromuskulären Blockade.
Experimentell konnte in vitro eine Fibroblastenproliferation nachgewiesen werden, die in vitro zu einer Verbesserung der Festigkeit der Aponeurose führte.
Aufgrund der engen Verknüpfung des Stoffwechsels bestehen Wechselwirkungen mit weiteren Vitaminen des B-Komplexes.
Vorkommen und Bedarfsdeckung:
Pantothensäure ist in der Natur weit verbreitet und kommt, wenn auch in geringen Konzentrationen, in allen Geweben vor. Niedrige bis mittlere Konzentrationen finden sich in allen Gemüsearten, hohe Konzentrationen kommen in tierischen Geweben vor. Ein isolierter Pantothensäure-Mangel ist selten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt unter Berücksichtigung von Sicherheitszuschlägen für den gesunden erwachsenen Menschen eine Aufnahme von 6 mg Pantothensäure pro Tag, wobei die Basis für diese Empfehlungen zur wünschenswerten Höhe der Zufuhr die tägliche Aufnahme mit der Nahrung ist, bei der üblicherweise Mangelerscheinungen nicht beobachtet werden.
Mangelerscheinungen:
Die zentrale Bedeutung der Pantothensäure für den Stoffwechsel stellt den Grund für vielfältige und uncharakteristische Mangelsymptome.
Unter den Allgemeinsymptomen stehen Anorexie, Depressionen, Muskelschwäche, Burning-feet-Syndrom und emotionale Labilität im Vordergrund.
Ferner wurden im Tierversuch Wachstumshemmung, Ausfallerscheinungen im Bereich des Nervensystems, Hautschäden, Hemmung der Antikörperbildung und eine Beeinträchtigung der Nierenfunktion gefunden. Weiterhin wurden im Tierversuch Darmatonie, entzündliche Erkrankungen der Respirationsorgane und Störungen der Hämatopoese beobachtet.
Biochemisch wurde eine reduzierte 17-Ketosteroidausscheidung mit dem Harn ermittelt sowie eine unzureichende Reaktion der eosinophilen Granulozyten nach ACTH-Applikation (ThornTest).(Ende der Stoffinformation aus den Wirkstoffdossiers)